Ausrüstung

Welcher Kocher für die geplante Reise ?

Kocher gibt es viele, aber welcher ist der Richtige? Die Kocher unterscheiden sich zwischen ihrem Aufbau und natürlich den Brennstoffen mit denen sie betrieben werden.  Natürlich muss man sich auch noch fragen wofür brauche ich den Kocher eigentlich, Kaffee kochen oder doch eher ein 6 Gang Menü?

Welche Brennstoffe gibt es?

Gas

Die wohl am weitesten verbreitete Brennstoffart ist Gas, in Form von Gaskartuschen. Sie sind relativ günstig und einfach zu bedienen.

Nachteil von Gaskartuschen ist, dass diese nicht in allen Ländern verkauft werden. Hier sollte man sich vor der Reise informieren ob es am Reiseziel Kartuschen gibt oder nicht. Weiterer Minuspunkt ist, dass die leeren Gaskartuschen nicht wiederbefüllt werden können. Die fachgerechte Entsorgung hat sich sehr oft in verschiedenen Ländern als schwierig herausstellt. Wer bei extremer Kälte sich gerne im Freien rumtreibt wird warscheinlich mit seinen Gaskartuschen nicht glücklich. Bei zweistelligen Minusgraden kommen die Gaskartuschen an ihre Grenzen.

Benzin

Benzinkocher werden am besten mit Reinbenzin betrieben, jedoch  funktionieren sie  auch mit Tankstellenbenzin. Wer einen Multifuelkocher hat kann auch Diesel, Kerosin, Petroleum oder reinen Alkohol nutzen. Den Brennstoff transportiert man in einer wiederverwendbaren Flasche, demzufolge weniger Müll als bei Gaskartuschen.

Vor dem Kochen benötigt diese Brennstoffart etwas Vorbereitung, die recht zeitintensiv sein kann. Der Geräuschpegel bei einem Benzinkocher ist ebenfalls höher, weshalb viele Leute diese Art nicht mögen.

Esbit

Esbit gibt es schon seit langem und wird sehr viel in der Gastronomie benutzt. Im Outdoorbereich findet man sie als kleine weisse Steinchen. Die Handhabung eines Esbitkochers ist sehr einfach, allerdings ist die Brennleistung sehr schlecht und es entsteht eher eine rußende Flamme.

Esbit (= Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform )

Spiritus

Ein großer Vorteil bei Spiritus ist, dass es geräuchlos verbrennt. Die benötigte Brensstoffmenge ist einfacher an eine Tour anzupassen. Die Wärmeleistung ist leider nur mittelmässig und bei Kälte ist Spiritus eher schwierig zu entzünden. Fällt die Temperatur unter 0°C bringt einem der Brennstoff nichts mehr. Neben der schlechten Wärmeleistung verbrennt Spiritus mit einer rußenden Flamme, also sind auch schnell die Töpfe und Finger voll.

+-
Gas- günstig
- einfache Bedienung
- hoher Brennwert
- nicht in allen Länder erhältlich
- nicht wiederbefüllbar
- schlechte Leistung bei Kälte
Benzin- wiederbefüllbare Brenstoffflasche
(= weniger Müll)
- überall erhältlich
- sehr gute Brennleistung
- hoher Geräuschpegel
- Zeitintensiv in der Vorbereitung
- muss regelmässig einer Wartung unterzogen werden
Esbit- sehr günstig
- einfache Bedienung
- schlechter Brennwert
- rußende Flamme
Spiritus
- geräuschlose Verbrennung
- Brennstoffmenge ist einfach auf die Reise abzustimmen
- schlechter Brennwert
- schwer entzündbar bei Kälte

 Welche Kocher gibt es ?

Gaskocher

Bei den Gaskochern unterscheidet man ob es sich um einen Aufsatzkocher oder einen Kocher mit externer Gaszufuhr handelt. Bei den Kochern mit externer Gaszufuhr sitzt die Gaskartusche nicht direkt unter dem Kocher, sondern wird durch einen Schlauch verbunden. Der Aufsatzkocher ist deutlich biliger und natürlich auch leichter, durch den höheren Schwerpunkt kann er beim Kochen dafür leichter umkippen. Wer sich für einen Aufsatzkocher entscheidet sollte sich den Edelrid Kiro ST  ansehen, wer doch eher einen festeren Stand bevorzugt dem raten wir zu einem Kocher wie dem Edelrid Opilio.

Multifuelkocher

Der Multifuelkocher ist ansich der Alleskönner unter den Kochern , er kann mit Kerosin, Petrolium, Alkohol oder unseren Gaskartuschen betrieben werden kann. Diese Vielfalt macht ihn für eine Internationale Reise sehr interessant. Die bekanntesten Hersteller sind Primus und Optimus, beide sind jedoch wie alle Multifuelkocher anspruchsvoll im Betrieb. Die Kocher benötigen regelmässige Wartung aber auch das Anzünden will geübt sein. Vorteil eines Multifuelkochers ist seine große Leistung und Flexibilität in der Brennstoffauswahl. Wir empfehlen auf den Optimus Nova oder den Primus Omnifuel zurückzugreifen.

Spiritus

Der wohl bekanntestet Spiritus Kocher ist der Trangia Sturmkocher. Der Kocher ist fast unzerstörbar, funktioniert bei dem heftigesten Sturm und Wolkenbruch. Wer jedoch schon mal Käsefondue gegessen hat kennt das Problem mit dem regulieren der Temperatur, nunja das gleiche Problem hat der Trangia leider auch. Das Regulieren geht nur von super heiß bis laufwarm und wird mithilfe eines Plätchens eingestellt, was über die Flamme geschoben wird. Von Trangia gibt es verschiedene Modelle des beliebten Sturmkochers, für 1-2 Personen oder 3-4 Personen , mit beschichteten oder normalen Töpfen.

 

Welche Kocher nutzen bzw. haben wir ?

Für unsere Reisen haben wir 3 Brennstoffarten zur Auswahl. Wir haben Gas, Benzin und Esbit Kocher. Hier ist eine Auflistung der Kocher die wir benutzen:

Primus Kinjia GaskocherAuf unseren Reisen mit unserem Landy haben wir fast immer 2 Kocher dabei, den Primus Kinjia und den Primus Omnifuel. Der Primus Kinjia ist ein Zweiflammengaskocher, trotz seiner sehr kompakten Bauweise kann man auf ihm fast wie zu Hause kochen. Der Kinjia kann mit Gaskartuschen, aber auch mit normalen Gasflaschen betrieben werden. Sehr wichtig für uns war auch die Reinigung bei der der Kinjia definitiv überzeugt. Sowohl der Topfhalter als auch das darunterliegende Blech lassen sich einfach abnehmen und erleichtern so das Reinigen.

Primus Omnifuel mit passender Brennstoffflasche

Zusätzlich zum Zweiflammenkocher nehmen wir noch den Primus Omnifuel mit, dies ist ein sogenannter Multifuelstove (=Mehrstoffkocher). Unser Mehrstoffkocher kann sowohl mit Gaskartuschen, als auch mit Gas, Reinbenzin, Autobenzin, Petroleum, Diesel, ja sogar Flugbenzin oder Kerosin betrieben werden. Dieser Kocher ist ideal für Expeditionen in ferne Länder, wo sehr oft ungewiss ist was es von Brenstoffen gibt. Grundsätzlich haben wir immer einen kleinen Vorrat an Gaskartuschen bei uns, ist dieser jedoch aufgebraucht können wir Notfalls immer noch mit dem Mehrstoffkocher uns eine warme Mahlzeit zubereiten. Diesel oder Benzin hat ja schliesslich jeder bei sich wenn er mit dem Auto verreist.

Neben all diesen verschiedenen Kocher- und Brennstoffarten haben wir jedoch eine nicht aufgezählt. Das Kochen im offenen Feuer mit Holz, 2 Möglichkeiten sich etwas warmes zuzubereiten haben Claudia und Bernd von Bodensee-Overlander in jeweils einem Beitrag verfaßt.

Was nutzt ihr auf euren Reisen zum Kochen oder kennt ihr leckere Overlander-Rezepte ? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

 

 

 

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4 comments

  1. Hi, eigentlich alles richtig wobei ich Esbit einfach mal weggelassen hätte. Das Zeug nutzt doch keiner mehr und selbst zum Kaffee kochen taugt das nur mit viel Liebe zum warten :-). Was Ihr aber komplett weggelassen habt und die bessere Alternative zu offenem Feuer wie bei dem Artikel Muurikka, ist der sogenannte Hobo Ofen der schon länger eine Wiederauferstehung feiert. Ich persönlich nutze seit über 40 Jahren einen Coleman 2 Flammen Benziner, immer noch der erste Kocher und sogar der erste Generator weil immer nur mit Waschbenzin betrieben. Als Zweitkocher der sobald ich frei stehe zum Hauptkocher wird einen Hobokocher und einen Kelly Kettle zum Wasserkochen. Keine Brennstoffprobleme und Spass macht es auch. Der Hobo ist durch einen Spiritus Einsatz auch auf Campingplätzen zu benutzen wo offenes Feuer verboten ist. Dann funktioniert der halt als Windschutz. Ich habe sogar 2 Hobos dabei was dann auch einen 2 Flammen Kocher ersetzen kann. Selbst bei mehrwöchigen Kanutouren wird nur und ausschliesslich mit dem Hobo gekocht. Wer allerdings Probleme mit etwas Russ hat und immer auf der Flucht ist und sich zum Kochen keine Zeit nehmen möchte bleibt bei Gas und oder flüssigen Brennstoffen.

    1. Hi,
      Der Esbit liegt ansich bei uns immer irgendwo rum, als absoluter Notkocher und Kaffee sollte man immer mit viel Liebe kochen 😉
      Die Artikel über das Kochen im offenen Feuer sind nicht von uns sondern von Bernd von Bodensee-Overlander.
      Den Hobo-Kocher kannten wir auch nicht, wir werden uns mal schlau machen.
      Bei den Pfadfindern versuchen wir fast immer im Feuer zu kochen, aber man kann sich genau soviel Zeit nehmen uund lecker über Gas oder Benzin kochen 😉
      LG,
      Bob

      1. Ja, das hatte ich schon gesehen ;-). Aber nur zur Info, ein Hobokocher ist obwohl ja auch Feuer schon eine andere Dimension als offenes Feuer also Lagerfeuer. Konzentrierte Hitze auf das Kochgeschirr, viel weniger Holzverbrauch, die Pötte bleiben bis auf den Boden sauber und vor allem anfassbar und gaaaanz wichtig je nach Ausführung bis hin zum absoluten Bodenschutz. As heisst man braucht nicht unbedingt eine Feuerstelle. Auf dem Foto bei den Dachzeltnomaden steht der Hobo seit 3 Tagen da und wenn man genau hinschaut, da liegt sogar noch Schnee unter dem Hobo während drumherum alles getaut ist. Wäre das Gras bliebe das mehr oder weniger grün oder nur ein bisschen angetrocknet. Keine hässlichen Brandmale mehr am Lagerplatz. Und als sicheres Lagerfeuer taugen die grösseren Modelle auch. Es gibt inzwischen so viele Typen, viele auch klapp oder zerlegbar. Kein Platzproblem beim verstauen.

  2. Ich benutze seit Jahren einen Coleman doppelbrenner. Der wird mit coleman Brennstoff oder Benzin betrieben. Der coleman Brennstoff ist sehr gut. Es gibt die größte Hitze ab, die ich bisher von Brenner gesehen hab.

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